Monatsarchiv: April 2012

Kindheit II oder Erik aus dem Norden

Meine Eltern hatten in den 60er Jahren zwei Lounge-Sessel aus Kirschholz im modernen dänischen Design. Passend dazu dunkelgrüne Cordpolster und wir Kinder haben die plastikummantelten Drahtspiralen, auf denen das Sitzpolster lag, regelmäßig aus der Nut gerissen – so wurden sie beansprucht. Mit den Jahren hatte ich sie komplett vergessen (wer kann sich an die erste Einrichtung der Eltern erinnern?), bis ich mich mit „Mid Century Design“ beschäftigt habe und dabei wieder auf Fotos ähnlicher Sesel stieß.
Nun kommt Erik ins Spiel, ein Bekannter aus Deutz, der eben solch ein Gestell in gute Hände geben wollte. Ich habe den Stuhl in meiner „Werkstatt“ abgeschliffen, Judith hat mir die Polster genäht und jetzt steht er wie selbstverständlich und zu mir passend im Wohnzimmer neben dem Kamin. Sein Name ist nicht uniformiert schwedisch, sondern einem Unikat angemessen: Erik aus dem Norden.


Kindheit I

Man kann die schönen Gefühle von Sonntagsausflug, Eis essen, quietschender Uralt-Mechanik und Phantasiewesen wieder aufleben lassen, auch nach vielen Jahren. Das geht zum Beispiel bei einem Besuch im Märchenwald in Altenberg – einer der wenigen Märchenwälder, die noch existieren.
http://www.deutscher-maerchenwald.de/

Mein absoluter Traum ist Dornröschen, geliebt und tragisch zugleich:


Friendly Faces

In einer Großstadt wie Lissabon, wo das Stadtbild abseits des touristischen Rummels manchmal rau und uneinladend wirkt, gibt es kleine witzige Dinge zu entdecken. Wie zum Beispiel diesen Glascontainer auf der Avenida da Liberdade:

Im Internet gibt es unendlich viele Seiten, wo man Fotos mit „Gesichtern in der Stadt“ oder „Gesichter an Häusern“ entdecken kann. Fenster werden Augen, Türen werden Münder usw.. Einfach mal googeln.


Woher kommst Du?

Zu meinen Inspirations- und Fundquellen gehören meine Besuche in England. Neben Brighton fahre ich gerne ins Umland und fotografiere oder finde in altmodischen Trödelläden viel Zeugs. Meine Freundin wundert sich nicht mehr über den ganzen Plunder, denn irgendwann wird er verwertet und strahlt in anderem Kontext ganz neu.

In Lewes (Sussex) gibt es einen herunter gekommenen Bric-a-brac Shop über 2 Etagen – wunderbar!

Der Link zur Homepage: http://www.flea-markets.co.uk/


Käfer und andere leckere Lebewesen

Das etwas andere Mitbringsel zu Brunch oder Party:

Grundlage sind runde Pumpernickel. Darauf wird ein halber Babybel-Käse gelegt, mit einem Schlitz versehen. Als Augen nimmt man ganze Pfefferkörner, die Punkte sind Chilli-Sosse. Schnittlauch bildet die Fühler.

Auch schön sind die Ei-Tomaten-Pilze aus den legendären Wirtschaftswunder-Buffets der 60er Jahre. Dazu werden hartgekochte Eier mit einem Tomatenhut versehen. Die Eier sieht man aus dieser Perspektive nicht. Die Tomatendeckel bitte aushöhlen damit sie fest auf dem Ei sitzen. Kleine Mayonaise-Kleckse auf die Fliegenpilze tupfen, fertig!


Union Jack

Zu meinen bevorzugten Fotomotiven gehört auch immer der „Union Jack“, siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Union_Jack.

In seiner klaren grafischen Form- und Farbsprache fasziniert er mich als Designerin.

Die englische Flagge (als Teil des Union Jacks), gefunden an der Strandpromenade in Brighton 2010

An einem Pub in der Nähe von Stonehenge 2011


Larger than Live

Nach dem Umgestalten meines Zimmers habe ich eine leere Wandfläche, auf die ich ein Riesenposter kleben möchte. Großformatige Ausdrucke sind relativ teuer, hier meine eigene Arbeitsweise (etwas unkonventionell, zugegeben!)

Die Freeware PosteRazor für Mac ermöglicht das Aufsplitten von Fotos auf mehrere, frei wählbare A4 Seiten. Geht sehr schnell und bedienerfreundlich. Als Datei generiert die Software ein pdf, das ich dann auf dem Laserdrucker ausgedruckt habe. Insgesamt 6×6, also 36 Seiten.

Mit einer Schneidemaschine habe ich die druckerbedingten weißen Ränder abgeschnitten. Dabei ist darauf zu achten, dass der jeweilige Außenrand stehen bleiben soll. So erhält das Poster einen ca. 1 cm breiten Außenrand.

Die Einzelseiten habe ich erstmal auf dem Boden ausgelegt. Dadurch sehe ich das Motiv in voller Größe und kann Maß nehmen. Das Maß zeichne ich an der Wand an. Es handelt sich um simple Raufasertapete. Das Poster wird direkt auf die Raufaser geklebt und kann später wieder abgelöst werden. Verspricht zumindest der Kleister-Hersteller.

Ich benutze handelsüblichen Vliestapeten-Kleister, der mit kaltem Wasser relativ dick angesetzt wird und nach 5 Minuten verarbeitet werden kann. Er wird mit einem dicken Pinsel oder Quast direkt auf die Wand gestrichen. Das ist wichtig, denn wenn man versucht, die Ausdrucke zu kleistern, weichen sie auf und reißen ein.

Oben links beginnend klebt man zügig die Ausdrucke an die Wand, immer mit dem schon durch die Software generierten Überlapp von 0,7 cm. Immer eine Reihe horizontal nach der anderen. Der Kleister muß sehr dick aufgetragen werden sonst hält es nicht. Die überlappenden Stellen streicht man mit einem Finger mit Kleister ein. Dabei kann er ruhig über das Motiv gestrichen werden, er trocknet später klarsichtig ab. Das sieht dann so aus:

Alle noch hochstehenden Teile werden ganz vorsichtig mit dem Kleister-Finger eingestrichen. Die Falten, die jetzt zu sehen sind, ziehen sich im Trocknungsprozess heraus.

Und so sieht das Ganze am Ende aus: Marlon Brando kann kommen!