Monatsarchiv: September 2013

Kopf hoch und Schlafen

Das Ruhrgebiet mit der Emscher Region hat einen enormen Strukturwandel hinter sich. Die Emscher, einst Kloake des gesamten Ruhrgebietes wird renaturiert und so entstehen Naherholungsgebiete für menschliche Kultur- und Naturbedürfnisse.

Aktuell (bis 30.12.2013) zeigt das Gasometer in Oberhausen die Ausstellung „Christo: Big Air Package“, die größte Innenraumskulptur der Welt. Mit 90 Meter Höhe und einem Durchmesser von 50 Metern erlebt man im Innenraum des lichtdurchlässigen weißen Gewebes ein besonderes Raumerlebnis. Kathedrale und Cocoon zugleich. Im Zwischenraum von Skulptur und Gasometer kann man entlang laufen und über die Dimensionen staunen.

Big Air Package

Auf einem Acker in der Nähe steht die Skulptur „Inges Idee“, Kopf hoch.

inges idee

blick

Der BernePark in Bottrop, eine ehemalige Kläranlage wurde zu einem Park umgestaltet. 5 Betonröhren sind zu Hotelzimmern zweckendfremdet. Man kann mit 2 Personen darin schlafen (März-September). Buchungen über die Homepage http://www.dasparkhotel.net/. Man zahlt den Betrag, den man für angemessen hält.

bernepark

dasparkhotel

Leider nur temporär steht im Holter Feld das „Observatorium“, ebenfalls eine Kunstinstallation mit Schlafzimmern und direktem Blick auf die Wiesen, die in einigen Jahren der Emscher wieder Freiraum im natürlichen Flussbett geben.

observatorium

Menschliche Bedürfnisse können auf einer Insel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal befriedigt werden. Die Installation „Between the Waters“ ist eine pflanzliche Kläranlage, die das Wasser der Emscher symbolisch reinigt. Über einen in den Himmel führenden Steg gelangt man zu den Toiletten hoch über der Emscher.

betweenthewaters

Alles zum Nachlesen auf http://www.emscherkunst.de


Nr. 15 auf meiner Liste

Ich habe mir vor Jahren den Vorsatz gemacht, alle EU Hauptstädte zu besuchen. Es werden immer mehr, ich hole auf. Nr. 15 war Kopenhagen in Dänemark. Schon beim Hinflug fielen die ausgeglichenen schönen Menschen auf, alle relaxed und freundlich. Die Stadt hat mich einfach nur begeistert. Architektur, Kultur, Vielfalt und Lebensart. Im Viertel Vesterbro gibt es an der Ecke Sonder Boulevard/Dybboldsgade ein Kleinod. Wie der Name „Kihoskh“ sagt, bekommt man hier alles für den täglichen Bedarf. Darüber hinaus 3 Kühlschränke voll mit allen Biersorten und Limonaden der Welt. Vor dem Kiosk stehen mintgrün bemalte Bierbänke auf denen man Essen und Trinken kann. Oder einfach nur Freunde treffen und Quatschen.

Kihoskh1

 

 

kihoskh2

 

Die Stadt Kopenhagen hat vor einigen Jahren das alte Schlachthofviertel „Flaesketorvet“ aufgewertet und einige untypische Geschäfte angesiedelt. Jetzt läuft man an Schleusen vorbei, in die die LKWs das Vieh abladen und kommt zu tollen Restaurants und Bars. Darunter die Karrierebar, von vielen Reisetipps der am häufigsten genannte Geheimtip. Wir waren gegen 21 Uhr dort, gähnende Leere. Bekanntlich fängt das Clubleben erst ab 24 Uhr an. Trotzdem ein relaxter Ort zum Chillen – weit ab der Touristenkneipen am Hafen.

Karrierebar Flaesketorvet

karriere2

 

 

In Christiania, dem selbsternannten Freistaat, spielt sich ein anderes Leben ab. Mich wundert nicht, dass die Alternativen dort mittlerweile einen Merchandising-Shop betreiben.  An einem Laternenpfahl direkt am Eingang entdeckte ich diesen Aufkleber: Yes, it’s a MAD world!

mad