Monatsarchiv: April 2014

Meine unbekannte Stadt

Begegnungen mit Rudi, Rüdiger, Ben Sherman und Den kleinen Strolchen

Nach 23 Jahren sollte ich soviel von meiner Stadt Köln wissen, daß mich nicht mehr viel staunen läßt, oder?

Den Stadtteil Ehrenfeld kannte ich bis dato durch nächtliche Kneipen- und Clubbesuche. Auf zum diesjährigen „Ehrenfeld-Hopping“! Entgegen früherer Jahre kann man nicht nur durch Kneipen pilgern sondern auch im Hellen durch die Seitenstraßen der Venloer Straße wandern. Das ganz bezaubernde Café LizBät (Geisselstr.) lockte mit Videokunst, die aus drei Monitoren bestand, die im Eingangsbereich einsam vor sich hin Bilder zeigten. Hm, erstmal was Essen. Die Crepes haben alle Mädchen- und Jungsvornamen: Wir konnten uns an Rudi (mexikanisch mit Bohnen und Hack) und Rüdiger (mild mit leichtem Zwiebelaroma) laben, sehr lecker und frisch.
Verdauungs- und Zigarettenspaziergang durch die Gassen. Teilweise sind die Bürgersteige extrem schmal (Rothehausstr.), die Häuser noch aus Vorkriegszeiten und die Kunst aus Recycling-Funden:artpieceRock-it Baby und Herrenbude sind zwei (zusammengehörige) Klamottenläden in einem Altbau, ebenfalls Rothestr. 4. Wenn ich ein Mann wäre (das habe ich mir schon häufig gewünscht) würde ich die Herrenbude leerkaufen: Tolle Hosen, Jeans, Schuhe und Unterhosen in weißen Polysterol-Verpackungen, wie man sie sonst nur vom indischen Take Away kennt. Die Inhaber Achim und Sabine sind sehr gastfreundlich, es gibt Gin Tonic für die Hartgesottenen wie uns.
In der Simrock- und Körnerstraße reiht sich Laden an Laden, es gibt viel zu entdecken, wenn man sich auf die HipsterVintageBartträgerSecondHand-Eindrücke einlässt. Besuchswert und daher hier (http://www.merkwuerdig-koeln.de/) verlinkt ist eine ehemalige Arztpraxis, jetzt der Laden „Merkwürdig“. Die Designerinnen verkaufen allerlei Dinge, die sie selbst entworfen haben, sehr schöne Illustrationen.
Fast jeder ist willkommen, wie der Shop der VanDyck Kaffeerösterei einladend und treffend schreibt:vanDyckDurstig trinken wir an der Theke des 82drei (Stammstr. 82) ein Kölsch und kommen direkt mit einem Gast in Diskussion, ob denn in der Kinderserie „Die kleinen Strolche“ 9 oder 11 Kinder die Hauptfiguren waren? Nachdenkenswert ist auch, warum das schwarze Kind eigentlich Farina hieß? Die Liveband „One below zero“ ächzt schräge aber gute Gitarrenriffs, die Kneipe füllt sich und wir machen uns auf zurück nach Hause auf die andere Rheinseite nach Deutz. Ein Typ bemerkt ungläubig: „Da kommt ihr von Deutz extra hier rüber nach Ehrenfeld?“ Ja, die KVB macht vieles möglich – auch dass man für 2,80 € in unbekannte Welten/Veedel eintaucht und sich so richtig freut, dass Köln so vielfältig ist!


Du bist Kölle

Wer kennt sie nicht? Immer Sonntags wird sie bewundert, ihr Duft aufgesogen, mit ihr Kindheitserinnerungen verbunden. Die Flora in Köln kennt jeder, das unscheinbare Stiefkind des Zoos. Jetzt wird sie wieder schön gemacht, auf das moderne Köln getrimmt. Das Hauptgebäude, lange Zeit leer stehend und nutzlos da stehend wird komplett entkernt und restauriert. Hier ein Bild aus alten Zeiten, im Frühjahr 2011.

Aktuelle Eindrücke der Baustelle

UPDATE: Futuristisch

Flora2014

Update März 2017: vor dem Abriss der alten Gewächshäuser